Torjäger Luca Pfeiffer vor ungewisser Zukunft

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Pfeiffer am vergangenen Samstag nach seinem Tor zum 4:0 gegen den FC St. Pauli. Foto: Arthur Schönbein

Der Angreifer ist ausgeliehen – Eine Verpflichtung würde teuer

Seine beiden Treffer gegen St. Pauli waren die Saisontore zehn und elf für Luca Pfeiffer. Zusammen mit Phillip Tietz, der genauso oft traf, bildet er das mit Abstand gefährlichste Sturmduo der 2. Liga. Doch während Tietz noch bis 2024 an die Lilien gebunden ist, ist Pfeiffer nur bis Saisonende vom dänischen Spitzenverein FC Midtjylland ausgeliehen.  

„Stand jetzt – das kann ja jeder nachlesen – bin ich nächste Saison wieder in Dänemark“, sagte der 25-Jährige nach dem 4:0 über St. Pauli. „Aber auf der anderen Seite fühle ich mich hier in Darmstadt sehr wohl.“ Das Problem sei, dass er die Entscheidung nicht in der Hand habe. „Ich habe einen Vertrag in Dänemark unterschrieben, der noch zwei Jahre gilt. Im Endeffekt entscheidet also der Verein in Dänemark, was passiert.“

Ein Wohlfühlspieler

Midtjylland hatte Pfeiffer zu Beginn der Vorsaison für etwa 1,5 Millionen Euro von den Würzburger Kickers geholt. Die Franken hatte Pfeiffer zuvor mit 15 Drittliga-Toren zum Aufstieg geschossen. Doch in Dänemark wurde er nicht froh. Sprachprobleme, die Isolation wegen der Corona-Pandemie, womöglich auch die Last der hohen Ablösesumme – im Sommer fiel die Entscheidung für eine Ausleihe nach Darmstadt. Und bei den Lilien blühte der Angreifer richtig auf.

Pfeiffer ist ein Wohlfühlspieler. Auch deswegen hatte er einen ersten Anlauf für eine Profilaufbahn im Nachwuchs der TSG Hoffenheim abgebrochen. Das sei nie so seine Welt gewesen, sagte er im Sommer in seinem ersten Interview nach dem Wechsel ans Böllenfalltor.

In Darmstadt passt vieles für ihn: die familiäre Atmosphäre, die Wertschätzung durch den Trainer, der zugleich aber auch immer wieder betont, dass Pfeiffer noch Steigerungspotenzial hat, das Zusammenspiel mit Sturmpartner Tietz, der Zusammenhalt im Team und die Unterstützung der Fans. „Ich habe unfassbar Lust, auf jedes Heimspiel“, sagte er. „Es ist unfassbar geil, mit der Mannschaft zu spielen.“

Weitere Ausleihe wäre möglich

Er freue sich immer, wenn Tietz ein Tor schieße. Aber er habe sich auch gefreut, dass Braydon Manu ein Tor gegen St. Pauli geschossen habe. „So zieht sich das durch die gesamte Mannschaft“, beschreibt er den Teamgeist. Zu keinem Zeitpunkt habe er Angst gehabt, dass St. Pauli nochmals herankommen könnte, auch weil die Mannschaft derzeit defensiv so gut stehe. „Die Spieler hinten können sich auf die Spieler vorne verlassen und umgekehrt.“

Pfeiffers Erfolge bleiben sicher auch in Dänemark nicht unbemerkt und werden ihn für die Lilien sicher nicht günstiger machen, die zugleich mit mehreren Millionen Euro Mindereinnahmen in der laufenden Saison rechnen. Bei einem Bundesliga-Aufstieg wäre eine Finanzierung auf jeden Fall einfacher. Und es gibt noch eine weitere Option. Pfeiffers Vertrag in Dänemark läuft noch bis 2024. Damit wäre – zumindest rein rechtlich – eine weitere Ausleihe möglich, wie Pfeiffer auf Nachfrage einräumt.

Von Stephan Köhnlein

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