Pascal Pellowski – der Mann für den Übergang

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Pascal Pellowski als Lilienspieler gegen Wehen Wiesbaden. Archivfoto: Jan Huebner

Ex-Lilien-Spieler soll Kluft zwischen Nachwuchs und Profis verkleinern

Seinen größten sportlichen Erfolg hatte Pascal Pellowski gegen den SV Darmstadt 98. Am 26. Oktober 2016 gewann er mit dem Regionalligisten FC Astoria Walldorf in der 2. Runde des DFB-Pokals 1:0 gegen die Lilien, die damals in der Bundesliga spielten. „Das habe ich noch sehr gut auf dem Schirm, das war mein persönlicher Höhepunkt als Spieler“, sagt der mittlerweile 33-Jährige, der zwischen 2006 und 2009 für den SV Darmstadt 98 am Ball war.

Seit Sommer ist Pellowski Übergangskoordinator beim SV Darmstadt 98. Er soll Spieler beim Übergang von der Jugend zu den Profis begleiten. Drei Kernpunkte sieht er für seine Arbeit: Kommunizieren, Organisieren und individuelle Betreuung.

Er sorgt dabei für den Austausch zwischen den Profis am Böllenfalltor und dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) an der Kastanienallee. Wenn Trainer Torsten Lieberknecht einen Nachwuchsspieler für eine bestimmte Position im Training bei den Profis benötigt, wendet er sich an Pellowski.

Auch die sogenannten Förderkaderspiele, bei denen Nachwuchsspieler unter Wettkampfbedingungen gegen Seniorenmannschaften getestet werden, gehören zu seinen organisatorischen Aufgaben. Zudem betreut er Spieler bei der U19 einzeln, trainiert mit ihnen in Kleingruppen oder analysiert mit ihnen Videos mit ihren spielerischen Stärken und Schwächen.

Als Pellowski in der U15 von Viktoria Griesheim zu den Lilien kam, teilten sich die Jugendmannschaften beim Training zwei Hartplätze mit den Profis. Als er in die B-Jugend aufrückte, kam ein Kunstrasenplatz dazu. „Wenn ich heute hier aus dem Fenster sehe, sind da zwei grüne Fußballplätze“, sagt er. „Wir haben neue Strukturen mit dem NLZ. Der Verein hat gerade da in den vergangenen Jahren einen riesigen Sprung gemacht.“

Nur drei Prozent schaffen es aus dem NLZ nach oben

Wichtig sei ihm, den jungen Spielern zu vermitteln, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt sei. Und der Sprung vom Jugend- zum Profispieler sei mit Blick auf Athletik, Geschwindigkeit oder den psychischen Druck riesig. „Aus einem NLZ schaffen es nur etwa drei Prozent der Spieler in die ersten beiden Ligen“, sagt er.

Deswegen spielt bei seiner Arbeit mit den jungen Spielern die Schule eine große Rolle. Geduld, Fleiß, Motivation sind für Pellowski dabei Werte, die er den Spielern auch abseits des Platzes vermitteln will, dazu demütig zu bleiben, hart an sich zu arbeiten, die Mannschaft in den Vordergrund zu stellen und sich nicht wichtiger zu nehmen, als man selber ist.

Von Thekenparolen, dass die heutigen Nachwuchsspieler weichgespült seien und erstmal mit Grätschen auf Hartplätzen geerdet werden müssten, hält er nichts. „Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt“, sagt er. „Man muss die Jungs heute anders anpacken als vor 20 oder 30 Jahren – und das funktioniert auch.“

Welchen Fixpunkt Pascal Pellowski sich gewünscht hätte

Pellowski selbst absolvierte seine ersten Schritte bei den Profis unter Trainer Gerhard Kleppinger. Sein erstes Spiel bestritt er in der zweigleisigen Regionalliga gegen Bayern München II. „Nach einer Woche Training hat mich Kleppinger gleich ins kalte Wasser geworfen – und nach 35 Minuten wieder rausgezogen, weil es nicht so funktioniert hat“, sagt er lachend. Aber ab da sei er bei den Profis dabei gewesen.

Später zog Pellowski weiter zum VfL Bochum II, er spielte für den SV Elversberg oder den 1. FC Saarbrücken. Für die erste oder zweite Liga reichte es nicht. Ob mehr drin gewesen wäre? Vielleicht, sagt er: „Ich hätte einen gebraucht, der sich um einen kümmert. Einen, der mir erklärt, wann ich aus der Jugend hoch zu den Profis komme und warum. Und auch warum ich dann vielleicht wieder runter muss. Was muss ich besser machen. Diesen Fixpunkt in dem Verein, an den man sich auch mit anderen Themen wenden konnte, den gab es damals nicht.“

Von Stephan Köhnlein

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