Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leitet eine umfassende Strukturreform ihrer Wirtschaftsförderung ein. Im breiten politischen Konsens beschloss der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt in seiner Sitzung am Mittwoch (28. Januar) die Neuausrichtung der städtischen Wirtschaftsförderung. Kernpunkte der Neuaufstellung sind die Bündelung der städtischen Wirtschaftsförderung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH. Damit setzt der Magistrat eine Ankündigung von Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Hanno Benz vom Herbst des letzten Jahres um, auch in der Wirtschaftsförderung die städtischen Strukturen grundlegend zu modernisieren. Damit wird der Weg hin zu einer Verwaltungsmodernisierung konsequent weitergegangen.
Durch die Fusion der Wirtschaftsförderung mit der Darmstadt Marketing GmbH werden die bisherigen Ansätze und Netzwerke beider Akteure verbunden, um Synergien zu erzeugen und neue Impulse für die Standortentwicklung sowie Innovationskraft zu setzen. Mit der Bündelung der Aufgabenfelder, schnelleren Entscheidungsprozessen und weniger Bürokratie soll ein zentraler Ansprechpartner für die Unternehmen und Betriebe geschaffen werden. Die neue Wirtschaftsförderung soll als Brückenbauerin in die Verwaltung hineinwirken und als wirtschaftsnaher und innovationsorientierter Dienstleister fungieren.
Gestaltungsfreiheit, die Nähe zu Wirtschaft und Wissenschaft sowie eine enge Einbindung in Verwaltungsprozesse und eine tragfähige Finanzierung mit schlanker Struktur sollen wesentliche Erfolgsfaktoren sein. „Darmstadt ist ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Diesen gilt es zu bewahren und weiter auszubauen. Mit dem neuen Ansatz modernisieren wir die kommunale Wirtschaftsförderung grundlegend, um die Unternehmen künftig noch gezielter zu unterstützen“, erklärt Oberbürgermeister Benz.
Im „Konzeptpapier Wirtschaftsförderungsstrategie 2035“ werden die künftigen Handlungsfelder und Kernaufgaben der neu aufgestellten Wirtschaftsförderung dargestellt und fünf Handlungsfelder identifiziert. Hierzu gehören die Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie, Deglobalisierung und Künstliche Intelligenz. Um hier gestalten zu können, wird der Fokus der neuen Ausrichtung auf die Stärkung der digitalen Kompetenz in Verwaltung und Unternehmen, angewandte KI in Produktion und Dienstleistungen, die grüne und nachhaltige Transformation, die Entwicklung von hochwertigen Gewerbeflächen und die Auswirkungen des demografischen Wandels gelegt. „Wissenschaft, Wirtschaft und Lebensqualität bleiben der Dreiklang der Darmstädter Standortentwicklung. Die Wirtschaftsförderung soll zukünftig aber stärker als Impulsgeberin und Koordinatorin fungieren. Sie soll für Unternehmen als zentrale Anlaufstelle fungieren, um bürokratische Hürden abzubauen und Ansiedlungsprozesse zu beschleunigen. Ein aktives Standortmarketing und Maßnahmen zur Bindung von Fachkräften sind nun fest in der Strategie verankert.
Wichtig war es, dass die Modernisierung aus einem ganzheitlichen Blick erfolgt und beispielsweise auch die Unternehmen der Stadtwirtschaft mit einbezieht. Die neu verabschiedete Stadtwirtschaftsstrategie dient als operativer Kompass, um die städtischen Beteiligungen enger zu verzahnen und Synergien zu heben. Mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation rückt die Strategie Themen wie Ressourceneffizienz und die Förderung von Start-ups in das Zentrum des kommunalen Handelns.
„Mit der Fusion von Darmstadt Marketing und der Wirtschaftsförderung und der ebenfalls neu verabschiedeten Stadtwirtschaftsstrategie schaffen wir ein modernes Fundament, um unseren Wirtschaftsstandort krisenfest aufzustellen und die Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger langfristig zu sichern“, erklärt der Oberbürgermeister.
Damit die Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung erfolgreich sein kann, wird die neue Struktur nicht nur organisatorisch umgesetzt, sondern eng durch Unternehmen, Institutionen, Kammern und Verbände begleitet. Alle relevanten Akteure werden als Multiplikatoren mit in den Prozess eingebunden. Ein Wirtschaftsförderungsbeirat wird die Wirtschaftsförderung bei ihrer inhaltlichen Ausrichtung beraten, aber auch bei der Weiterentwicklung verwaltungsinterner Abläufe und Entbürokratisierung unterstützen. Ihm gehören neben politischen Vertretungen unteren anderem auch die Stadtwirtschaft, die Berufsverbände, die Branchenvereinigungen und Institutionen der Darmstädter Wirtschaft, der Bildungs- und Wissenschaftsbereich sowie die Gewerkschaften an. Der Vorsitzende des Beirates ist kraft Amtes der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH. Stellvertretende Vorsitzende sind der Präsident der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar und die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.

