Lieberknecht fordert Gelb für sich und übt Selbstschutz

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Torsten Lieberknecht diskutiert mit einem Bremer Fan. Foto: Arthur Schönbein

Schiedsrichter-Leistung im Spitzenspiel gegen Bremen erzürnt den Coach

Grundsätzlich hält sich Torsten Lieberknecht bei der Bewertung der Schiedsrichter zurück. Nach der Niederlage des SV Darmstadt 98 bei Werder Bremen war die Wut des Lilien-Coaches über den Unparteiischen jedoch deutlich hörbar und sichtbar.

Grund war vor allem die Szene, die die Partie nach offenem Beginn zugunsten der Gastgeber drehte: der Platzverweis für Klaus Gjasula in der 23. Minute. „Ich finde die Rote Karte im Nachgang überzogen“, sagte der Lilien-Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Gjasula hatte den Bremer Romano Schmid mit offener Sohle voll am Knie erwischt. Zunächst zeigte Schiedsrichter Robert Schröder Gelb, revidierte seine Entscheidung jedoch nach Einschreiten des Videoschiedsrichters.

Wo Lieberknechts Geduldsfaden zu Ende war

„Ich würde das Foulspiel anders bewerten“, erklärte Lieberknecht mit Verweis auf seine eigene Profi-Erfahrung als Abwehrspieler. Besonders beim Sky-Interview kurz nach Abpfiff war der Lilien-Coach extrem angefressen. Da schwieg er auf die Ausführungen des Sky-Experten Torsten Mattuschka, der den Feldverweis – wie die meisten Beobachter – für gerechtfertigt hielt und sagte nur: „Ich beantworte die nächste Frage.“

Neben dem Platzverweis war Lieberknecht auch mit anderen Zweikampfbewertungen des Schiedsrichters nicht einverstanden. Sein voller Frust entlud sich in der 68. Minute, als der insgesamt unglücklich agierende Jannik Müller für ein Foul am starken Eren Dinkci die Gelbe Karte sah. „Wenn eine ähnliche Situation auf der anderen Seite passiert, dann ist auch mein Geduldsfaden zu Ende“, erklärte Lieberknecht seine Aufregung. Damit meinte er ein Foul von Jean-Manuel Mbom an Mathias Honsak, bei dem der Bremer keine Gelbe Karte bekommen hatte.

Wieso der SV Darmstadt 98 trotzdem erhobenen Hauptes nach Hause fuhr

Kurios auch die Umstände seiner eigenen Verwarnung: „Ich habe ja auch meine Gelbe Karte selbst gefordert, dass er mir sie endlich geben soll“, sagte Lieberknecht. Auch nach der Partie verzichtete er auf die sonst üblichen Worte und den Handshake mit dem Schiedsrichter: „Das war Selbstschutz mir gegenüber, dass ich heute mal nicht hingehe.”

Für sein Team, das die Partie trotz Unterzahl bis zum Ende offenhielt, fand Lieberknecht jedoch sehr positive Worte: „Wir können erhobenen Hauptes das Stadion verlassen, weil die Mannschaft ihr komplettes Herz auf dem Platz gelassen hat.“ Nach der Länderspiel-Pause geht es für die Lilien am mit einem Heimspiel gegen Holstein Kiel (Samstag, 2. April, 13.30 Uhr) weiter.

Von Stephan Köhnlein

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