Kurs auf die Zukunft

Kulturamtsleiterin Britt Baumann. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt

Oberbürgermeister und neue Kulturamtsleitung setzen auf strategische Weiterentwicklung des Kulturstandorts Wissenschaftsstadt Darmstadt

Kunst und Kultur sind ein lebendiger und kraftvoller Ankerpunkt der Identität der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Um dies langfristig zu sichern und um auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren, leitet Oberbürgermeister Hanno Benz gemeinsam mit der neuen Leitung des Kulturamtes, Britt Baumann, jetzt eine Phase der gezielten strategischen Weiterentwicklung ein.

Darmstadts Kulturlandschaft ruht auf einem außergewöhnlich starken Fundament, das weit über die Region hinaus strahlt. Mit dem UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe verfügt die Stadt über ein weltweit einzigartiges Ensemble aus Architektur und Kunst. Institutionen wie das Hessische Landesmuseum – eines der letzten Universalmuseen Europas mit der bedeutendsten Beuys-Sammlung – und das Staatstheater Darmstadt prägen das kulturelle Profil ebenso wie eine vielfältige Kulturlandschaft.
Ergänzt durch eine dynamische freie Szene sowie bundesweit bedeutende Institutionen wie PEN Deutschland und die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, positioniert sich Darmstadt als Stadt von Kunst und Kultur. Dies gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Für Oberbürgermeister Hanno Benz ist die Kultur weit mehr als ein weicher Standortfaktor. Sie ist das Herzstück des gesellschaftlichen Zusammenhalts und ein entscheidender Treiber für die Stadtentwicklung. „Wir verfügen über eine beeindruckende kulturelle Substanz. Jetzt ist der Moment gekommen, diese Stärke zu nutzen, um die großen Linien für die Zukunft zu zeichnen“, so der Oberbürgermeister. „Mit der neuen Leitung des Kulturamtes, Britt Baumann, haben wir eine Kultur- und Verwaltungsexpertin gewonnen, die diesen Prozess mit frischen Impulsen und einem klaren Blick für moderne Strukturen moderieren wird.“

„Ich freue mich, dass Britt Baumann mit ihrem Team im städtischen Kulturamt die Kulturarbeit unserer Stadt weiter neu strukturieren wird. Es ist mein Wunsch, dass sich das Amt auch stärker als Dienstleister für die Kulturschaffenden präsentiert. Neben einer auskömmlichen Förderung müssen auch Beratung und Unterstützung weiter ausgebaut werden“, so der Oberbürgermeister.

Die großen Linien: Vernetzung, Öffnung und Innovation

Im Zentrum der Neuaufstellung stehen drei strategische Schwerpunkte:

1. Strukturelle Schärfung: Bestehende Angebote sollen nicht nur verwaltet, sondern in ihrer Strahlkraft gestärkt und besser miteinander verzahnt werden.

2. Partizipation und Öffnung: Kultur soll noch zugänglicher werden. Es geht darum, neue Publikumsschichten zu gewinnen und die Teilhabe am kulturellen Leben für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern.

3. Digitale und inhaltliche Transformation: Die Verwaltung und Vermittlung von Kultur sollen konsequent an moderne Standards angepasst, um den Standort für nationale und internationale Kulturschaffende sowie Besucherinnen und Besucher attraktiv zu halten.

Synergien durch neue Impulse

Die neue Leitung des Kulturamtes, Britt Baumann, sieht in der aktuellen Stärke des Standorts die ideale Ausgangslage: „Mein Ziel ist es, die exzellente Arbeit der vergangenen Jahre aufzugreifen und in eine zukunftsfähige Strategie zu überführen. Wir werden den Dialog mit den Akteuren intensivieren und gemeinsam den Rahmenplan Kultur weiterentwickeln.“

Oberbürgermeister Hanno Benz betont in diesem Zusammenhang, dass eine zukunftsfähige Kulturpolitik nicht länger in Silos denken darf. „Der neue Rahmenplan Kultur versteht sich daher als ämterübergreifendes Gemeinschaftsprojekt: Eine engmaschige, ämterübergreifende Zusammenarbeit bildet das Rückgrat dieser Strategie. Dabei verzahnt sich das Kulturamt intensiv mit der Wirtschaftsförderung und Darmstadt Marketing sowie dem Leerstandsmanagement, um Synergien zwischen Kunst, Handel und Stadtentwicklung optimal zu nutzen. Um bspw. Strategien zu entwickeln, die kulturelle Zwischennutzungen ermöglichen und so aktiv dem Leerstand entgegenwirken und die Innenstadt als Erlebnisraum stärken.“

Der gesamte Prozess ist auf zwei Jahre angelegt und folgt einem konsequent partizipativen Ansatz, der Akteure und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen einbindet. Die kommenden Monate werden im Zeichen des intensiven Austauschs und der gemeinsamen Konzepterarbeitung stehen. Ziel ist ein Rahmenplan Kultur, der die Weichen für eine lebendige, innovative und krisenfeste Stadt von morgen stellt.“

Benz versicherte den vielen ehrenamtlich engagierten Kulturakteuren, dass die Stadt auch in finanziell herausfordernden Zeiten verlässlicher Partner bleibe: „Es ist uns ein zentrales Anliegen, den Haushalt trotz aller Herausforderungen stabil zu halten und den Vereinen damit die notwendige Planungssicherheit zu garantieren.“ Mit Blick auf die kommenden Wochen ergänzte er: „Wir setzen darauf, dass die Haushaltsgenehmigung durch das Regierungspräsidium zügig erfolgt, damit wir die zugesagten Mittel schnellstmöglich zur Auszahlung bringen können.“

Nach der Berufung des Direktors des städtischen Kulturinstituts Mathildenhöhe, Dr. Philipp Gutbrod, zum Kulturreferenten der Stadt ist die neue Kulturamtsleiterin ein weiterer wichtiger Baustein in der personellen Neuausrichtung der kommunalen Kulturarbeit.

Britt Baumann, Jahrgang 1975, war für die Stadt Offenbach am Main seit 2009 in verschiedenen Positionen tätig, etwa für strategisches Marketing und den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft. Zuletzt war sie dort stellvertretende Kulturamtsleiterin und leitete in dieser Funktion die Abteilung Kulturmanagement und den interaktiven und kooperativen Ausstellungsort SCAPE°.

„Britt Baumann verfügt über strategische Expertise, die Kulturarbeit auch als integralen Bestandteil von Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung begreift“, erläuterte Oberbürgermeister Hanno Benz die Personalie.

Seit der Auflösung des Eigenbetriebs Kulturinstitute komme dem städtischen Kulturamt mehr denn je eine richtungsweisende Rolle in Darmstadt zu, so der Oberbürgermeister weiter. Dies gelte es, strategisch für Darmstadts Kulturlandschaft zu nutzen.

„Ich freue mich darauf, mit dem städtischen Kulturamt für die vielen ehrenamtlichen Kulturschaffenden, die vielen Kulturvereine und -häuser Ansprechpartnerin und Netzwerkerin zu sein. Wir wollen auf breiter Basis Unterstützung und strategische Hilfe leisten“, beschreibt die Kulturamtsleiterin ihre Aufgabe.

Ziel sei, möglichst viele Menschen in Darmstadt mit einem lebendigen und bürgernahen Kulturangebot anzusprechen.

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