Flüchtlingsgespräche von Bertold Brecht

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Szenische Lesung erweitert den Spielplan der BüchnerBühne am 1. Mai

Riedstadt – Aus aktuellem Anlass erweitert die BüchnerBühne Riedstadt ihr Programm: Am Sonntag, 1. Mai um 16:00 Uhr werden die beiden Schauspieler Erich Schaffner und Christian Suhr in einer szenischen Lesung Auszüge der „Flüchtlingsgespräche“ von Bertold Brecht vorstellen. Das Theatercafé als Treffpunkt der Zuschauer öffnet bereits ab 15:00 Uhr. Der Eintritt ist frei – die Gäste sind zu Spenden eingeladen, die der Flüchtlingshilfe in Riedstadt zufließen werden.

Die in den frühen vierziger Jahren geschriebenen Dialoge Brechts handeln vom Alltag der aus Deutschland Vertriebenen, vertreten durch den Intellektuellen Ziffel und den Arbeiter Kalle, die sich im Restaurant des Hauptbahnhofs von Helsinki über die internationale Lage (deutsche Truppen haben Dänemark und Norwegen besetzt und rücken in Frankreich vor) und die eigene Situation unterhalten: „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen.“

„Die beste Schule für die Dialektik ist die Emigration. Die schärfsten Dialektiker sind die Flüchtlinge. Sie sind Flüchtlinge infolge von Veränderungen und sie studieren nichts als Veränderungen. Aus den kleinsten Anzeichen schließen sie auf die größten Vorkommnisse, d.h. wenn sie Verstand haben. Wenn ihre Gegner siegen, rechnen sie aus, wie viel der Sieg gekostet hat, und für die Widersprüche haben sie ein feines Auge. Die Dialektik, sie lebe hoch!“

Nicht erst seit dem Ukraine-Krieg ist die Zahl der Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, heutzutage höher denn je. 2016 verzeichnete man weltweit 65,3 Millionen Menschen, die auf der Flucht waren. Davon kamen damals 745.545 Personen nach Deutschland. Diese Zahl war die Höchste, die seit dem Bestehen des Bundesamtes für Flüchtlinge verzeichnet wurde und die Höchste seit dem zweiten Weltkrieg.

ggr

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