Bertolt-Brecht-Schule: Darmstadt feiert Richtfest für das neue Hauptgebäude

Symbolbild: Pixabay

„Mit dem Richtfest geht die Generalsanierung in die entscheidende Phase“

DARMSTADT – Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am heutigen Mittwoch, 17. Mai 2023, an der Bertolt-Brecht-Schule das Richtfest für das neue Hauptgebäude gefeiert. Der jetzt schon im Rohbau vorhandene Neubau ersetzt das alte Haupt- und Nebengebäude.

Der ursprüngliche Hauptbau aus den siebziger Jahren wurde 2021 abgerissen; der Abriss des Nebengebäudes folgt bis zum Herbst dieses Jahres. Die Gesamtmaßnahme erfordert – ohne die Abrisskosten – Investitionen von rund 28,3 Millionen Euro und soll bis Dezember 2024 abgeschlossen sein.

„Mit dem Richtfest, also der Fertigstellung des Rohbaus, geht die Generalsanierung der Bertolt-Brecht-Schule in die entscheidende Phase“, erklärte Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Das Ende der Bauarbeiten und der Provisorien ist für die Schulgemeinde nunmehr absehbar. Der Bildungscampus am und im Bürgerpark Nord erhält so einen weiteren markanten Gebäudekomplex, der die Kriterien ökologischer Nachhaltigkeit erfüllt, durch eine innovative Formensprache besticht und zugleich ästhetisch Rücksicht auf die benachbarte denkmalgeschützte Bernhard-Adelung-Schule nimmt. Dies ist vorbildlich gelungen.“

„Die Schulgemeinde darf sich auf einen Lernort freuen, der allen zeitgemäßen pädagogischen Ansprüchen entspricht“, betonte Schuldezernent Holger Klötzner. „Unser Ziel ist es, dass mit der Fertigstellung des Neubaus auch die gesamte für den Schulalltag erforderliche Ausstattung vorhanden ist.“

Die einzige gymnasiale Oberstufenschule

Die Bertolt-Brecht-Schule ist Darmstadts einzige gymnasiale Oberstufenschule, am Rande des Bürgerparks Nord, im Martinsviertel gelegen. Ursprünglich bestehend aus einem Haupt-, und einem Nebengebäude sowie einer Sporthalle, vom Darmstädter Architekturbüro Dieter Loewer + Partner in den 70er Jahren geplant. Die Gesamtsanierung der Schulanlage hat mit der Errichtung des Fachklassentraktes im Westen des Hauptgebäudes begonnen, der innerhalb des Konjunkturprogrammes des Landes Hessen 2011 fertig gestellt wurde. Daran schloss sich die Errichtung des vom Büro Werkum entworfenen „Interimsgebäudes Bürgerpark Nord“ in Holz-Modulbauweise an, das die Brechtschule 2018 bezog.

2019 begann das Immobilienmanagement Darmstadt mit der Planung des Neubaus, der nunmehr dreigeschossig ausgeführt ist – dadurch wird weniger Fläche versiegelt und es entsteht ein offener und großzügiger Vorbereich der Schule. Der seit 2011 genutzte Fachklassentrakt wird über den schon bestehenden Verbindungsgang im Westen angeschlossen.

Das neue, von agn-Architekten in Wiesbaden entworfene Gebäude besticht durch eine über alle Geschosse offene Aula. Sie stellt künftig den Mittelpunkt der Schulgemeinde dar. Zum einen ist sie für sämtliche Schulveranstaltungen ausgelegt und zum anderen gibt sie Raum für einen Schwerpunkt des Schulprogramms, der Fachrichtung „Darstellendes Spiel und Musik“. Die mehrfach teilbare Bühne macht hier das gesamte pädagogische Programm für die Bertolt-Brecht-Schule möglich.

Alle 22 Bäume konnten erhalten bleiben

Der Neubau wird in konventioneller Bauweise mit einem Flachdach errichtet. Die Außenwände, Stützen und Flurwände werden überwiegend in Stahlbeton hergestellt. Die Fassade kennzeichnet sich durch einen zweigeschossigen umlaufenden Fluchtbalkon, der zugleich als Sonnenschutz dient. Die Fassade selbst besteht aus großzügigen Fensterelementen, die von unregelmäßig angeordneten Paneelen und Lüftungselementen unterbrochen werden. Im Hinblick auf den Stadtverordnetenbeschluss zur Klimaneutralität der Wissenschaftsstadt Darmstadt bis 2035 wurden energetische Eckpunkte als Prioritäten vorgegeben: hoher energetischer Standard mit mechanischer Be- und Entlüftung sowie Wärmerückgewinnung, Nutzung von Grauwasser, Photovoltaik auf dem Neubau und dem Bestand der Schule, Dachbegrünung, gedämmte, dichte Gebäudehülle und Reduzierung der Wärmebrücken.

Bei der Planung der Außenanlagen (Freiraumplanung stadt landschaft plus, Karlsruhe) konnten alle 22 bestehenden Bäume erhalten werden. Das Niederschlagswasser als wertvolle Ressource wird in einer Zisterne gesammelt und als Grauwasser wieder genutzt. Im Außenbereich versickert das Regenwasser über die wassergebundenen Flächen, Mulden und die Rigole. Die Barrierefreiheit wird durch ein taktiles Blindenleitsystem unterstützt.

Der Abriss des Nebengebäudes ist bis Herbst 2023 vorgesehen. Direkt im Anschluss beginnen die Arbeiten für den neu gestalteten Schulhof. Durch den vorgezogenen Abriss des Nebengebäudes kann ein Jahr Bauzeit eingespart werden, da Außenanlagen und Rohbau gleichzeitig erstellt werden. Ziel ist es, dass im Sommer 2024 zum 50-jährigen Bestehen der Bertolt-Brecht-Schule das neue Hauptgebäude steht und mit den bis dahin fertiggestellten Außenanlagen einen angemessenen Rahmen für die Einweihungsfeierlichkeiten bildet.

(PS)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein